In diesem Jahr schauen die Kauferinger auf 40 Jahre Wallfahrt nach Andechs zurück. Das ist so, als ob man auf einer Schwelle steht. Der Blick geht zurück: auf die Initiatoren und die Anfänge, den Zuwachs durch die Radlfahrer, das Entstehen der Pfarreiengemeinschaft, Erlebnisse, trotz derer manch einer das Ziel erreicht hat. Als ob man unterwegs gefragt worden wäre, wie ernst man es meine und ob aufgeben vielleicht eine Möglichkeit wäre.
Heuer jährt sich der Todestag des Heiligen Franz von Assisi zum 800. Mal. Also lag es nahe, sich unterwegs mit dem Sonnengesang des Franziskus zu beschäftigen. Dieses weltberühmt gewordene Gebet ist eine Aufforderung, Gott in seiner Schöpfung zu sehen und zu loben. Was seit so langer Zeit überliefert ist, hat auch für heutige Menschen Bedeutung. Wir leben auf dieser Erde und nur mit ihr.
Noch ehe die Wallfahrer die Kirche von Andechs erreicht haben, hören sie ihre Glocken. Sie rufen, sie sagen uns, dass wir erwartet werden, dass jeder Weg ein Ziel hat. Die Inschrift auf der Sonnenuhr am Andechser Kirchturm mahnt uns, auch an den letzten Weg zu denken, den jeder Mensch geht. „In una ex hisce morieris – In einer dieser Stunden wirst Du sterben“. Davor kam die Erinnerung an unser Taufversprechen – asperges me - , Gottesdienst unter dem Andechser Himmel mit vielsaitiger Musik. Und schließlich die Stärkung für den Leib. Da die Benediktiner ganzheitlich denken, steht Andechs für das alles.
Mit einem Jubiläum sind immer Wünsche für die Zukunft verbunden. Mein Wunsch ist, dass auch in Zukunft Menschen von Kaufering nach Andechs gehen. „Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen“.
Kurt Marti und Sabine Baranowski