"Kommt zum Mahl, alles ist bereit!"
Das ist nicht nur eine herzliche Einladung, das trifft im Grunde einen zentralen Punkt unseres Glaubens und da dahinter natürlich auch unseres Lebensverständnisses: Eingeladen zum Fest!
Der Prophet Jesaja beschreibt seine Idee, wie das ist, wenn Gottes rettende Macht sich in Fülle durchsetzt: mit dem Mahl auf dem Zion, mit den feinsten Speisen, mit erlesenen Weinen und mit Menschen aus allen Völkern, die in dieses Mahl mit hineingenommen sind. Wenn Gott in seiner Fülle wirkt, dann geschieht genau das. Jesus verkündet an vielen Stellen die Einladung, sich mit seinem Gott, seinem Vater im Himmel, zu verbinden, in Bildern des Festes der Hochzeit: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit ausrichtet.
Das Gleichnis, das wir gerade gehört haben, trägt die Botschaft in sich: Das Mahl findet statt! Egal was passiert, der König zieht das Mahl nicht zurück, das Fest muss geschehen, mit allen, mit Guten und Bösen. Matthäus arbeitet in diese wunderbare Botschaft die Erfahrung mit ein, dass Jerusalem zerstört ist, dass eine Stadt in Schutt und Asche liegt. Eigentlich muss man das überlesen, weil die Botschaft ist: „Das Mahl findet statt, es darf nicht ausfallen.“ Wir sind in dieses Fest mit hineingeladen und auch mithinein genommen, Gute und Böse, so wie wir sind.
Das klingt vielleicht selbstverständlicher, als es ist. Denn wir sehr geprägt sind von so individuellen Haltungen: „Ich und mein Herrgott“, sagen manche, oder „Beten kann ich im Wald“. Das sind Formulierungen des Glaubens, wo man die anderen nicht braucht. Das ist ein Teil, wie Glaube sich ausdrückt und gelebt wird. Die Einladung des christlichen Weges heißt, der Glaube zieht dich in Gemeinschaft, holt dich in ein Fest des Lebens und verbindet dich mit den anderen, die auch Geladene sind, die sich an diesem Tisch des Lebens versammeln.
Wenn wir hier das Mahl des Herrn feiern, ist es wichtig, sich das neu bewusst zu machen. Vor allem im Moment der Kommunion sind auch manche geprägt. Ich empfange meinen Jesus. Ob andere da sind, ist mir im Moment dann auch egal. Wer Kommunion empfängt, setzt ein Zeichen, dass er sich auch in diese Gemeinschaft einbindet. Einen Schritt ins Miteinander tut. Deswegen ist mir der Kommunionkreis wichtig. Ich bin dankbar, dass er langsam für unsere Minis zur Routine wird, weil wir so das Bild zumindest in den Raum bringen, dass Kommunion ein „in Gemeinschaft“ geführt werden meint, ein Zusammengebunden meint. Dass wir einst hineingenommen sind in einen Gott, der uns zusammenführt und der uns zum Fest des Lebens einlädt und ruft. Jetzt, wenn wir miteinander feiern.
Engelbert Birkle